Guten Morgen!

"Guten Morgen!" guter Morgen.

 

Sei mir willkommen!

 

 

Ich erhebe mich aus dem Bett,

 

der Schwibbbogen im Fenster leuchtet bereits durch die Dunkelheit,

 

mich an.

 

Erhellt den Tag mit Licht.

 

Ich wünsche MIR einen guten Morgen.

 


Im Flur ist es schon trubelig.

 

Jeder sucht etwas.

 

Der erste Streit.

 

Tränen trocknen,

 

Trösten.

 

Ein wildes, lautes Durcheinander.

 

Was für ein Morgen!

 

Noch suche ich das Gute darin,

 

klammere mich an die Hoffnung,

 

 „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“

 

Glaube daran,

 

an diesen Tag

 

und seinem Anfang,

 

auf das auch er gut werden mag!

 

 

 

Daher begrüße ich DICH

 

heute

 

nochmal mehr und ganz bewusst

 

mit einem Kuss auf die Stirn und einem

 

„Guten Morgen!“

 

Eine Geste, zwei Worte.

 

Nicht viel und doch so voller Bedeutung für mich,

 

denn ich segne DICH

 

mit diesem „Guten Morgen!“

 

 

 

Ich will DIR zeigen:

 

Ich sehe DICH!

 

Ich nehme dich wahr,

 

umarme DICH,

 

denn ich freue mich, dass DU da bist,

 

an diesem Morgen und ich wünsche DIR, dass er gut wird,

 

und mit ihm DEIN Tag.

 

Das Gestern ist vergangen,

 

was morgen bringt, bleibt heute noch verborgen.

 

Jetzt segne ich DICH mit einem „Guten Morgen!“

 

 

 

Ich weiß, nicht jedem fällt das Reden am Morgen leicht und

 

an manchen Tagen kann auch ich kaum sprechen,

 

weil die Nacht keine Ruhe brachte,

 

dunkle Gedanken sich schon beim Aufwachen unter die Bettdecke,

 

direkt zu mir hin schieben,

 

Krankheit und Sorgen mich sprachlos machen …

 

Und trotzdem

 

oder gerade deshalb halte ich mich an diese Worte,

 

wünsche DIR einen

 

„Guten Morgen!“

 

und segne DICH an diesem Tag.

 

 

 

 

 

 

 

Und weil es so schön ist, am Morgen über den Morgen zu schreiben, kommt ihr noch ein "älterer" Text, denn Morgenstund hat Gold im Mund!

 

"Morgenstund hat Gold im Mund!" sagt ein bekanntes Sprichwort.
Ich muss ein wenig über diesen Satz schmunzeln.
Ja, ich gebe zu, es gab Zeiten in meinem Leben, wo ich diesem Satz viel Wahres abgewinnen konnte:
Ich erinnere mich zum Beispiel an meine WG-Zeit:
Wie ich es genossen habe, früh morgens mit einer Tasse Kaffee auf dem Balkon sitzen. Meine Mitbewohnerinnen schliefen noch tief und fest. Stille überall. Die Stadt war gerade am Erwachen. Müde streckten sich die Autos durch die Straßen und Gassen. Meine Gedanken nahmen sie mit – auf die Reise ins Leben. Alles war noch ungewohnt, unerfahren und jung. Jetzt - kann der Tag starten –eine Morgenstund, mit 1000 neuen Ideen im Mund.

 

Ein paar Jahre später genoss ich unsere ersten Ehejahre und den stillen Samstagmorgen allein mit meinem Tagebuch in der Hand während mein Mann noch tief und fest schlief. Morgenstund mit dem Schatz der goldenen Stille im Mund.

 

Jetzt – 10 Jahre später und mit 4 Männern im Bett, die mich nachts kaum schlafen und morgens nicht aus dem Bett kommen lassen, ähnelt die Morgenstund eher einem Jahrmarktstreiben. Einer ist immer schon wach und ruft liebevoll „Mama!“ obwohl der Rest der Mannschaft – übrigens inclusive mir - noch schlafen will. Dann irgendwann eilen alle rufend und suchend durch unsere Wohnung. Kaffee gibt’s nur To Go, der Balkonstuhl bleibt leer und das Tagebuch, ja, wo ist eigentlich mein Tagebuch …
Ach, irgendwie werden wir uns den Tag schon versüßen, denn immerhin hat meine Morgenstund jetzt Schokocreme am Mund.